Violin Soul and Shape Wettbewerb: Goldmedaille für Eduard Schwen in der Kategorie 'Kopien und Imitationen'

Goldmedaille (Bildrechte dieser Seite: © Eduard Schwen)

Wir gratulieren Eduard Schwen, Instrumentenbauer und seit 2009 Inhaber von Geigenbau Winterling ganz herzlich! Er ist dreifacher Gewinner beim
1. Internationalen Geigenbauwettbewerb
„Violin Soul and Shape“ in Moskau.

Wenn eine Kopie für ein Original gehalten wird, hat man sehr gute Arbeit geleistet. Diese Qualität wurde nun dreifach ausgezeichnet: Wir haben den Gewinner Eduard Schwen gebeten, sich für unsere Webseite vorzustellen. Er erzählt uns, wie seine berufliche Laufbahn als Geigenbauer begann und welche Motivation ihn für die Teilnahme am Wettbewerb „Violin Soul and Shape“ in Moskau bewegte. Folgendes hat er uns erzählt:

"Ich habe als Kind Cello gespielt und als ich zur Konfirmation ein eigenes Cello geschenkt bekam, wuchs mein Wunsch Geigenbauer zu werden sehr schnell. Nach der 10. Klasse im humanistischen Gymnasium bestand ich (wider Erwarten meiner Eltern, da es tausende von Anfragen gab) die Aufnahmeprüfung in Mittenwald und bekam einen der 7 begehrten Plätze.
1981 begann ich mit der Ausbildung an der Berufsfachschule. Nach diversen Gesellenstellen im In- und Ausland und dadurch weit gefächerten Erfahrungen - auch im Bogenbau - legte ich 1990 in Nürnberg die Meisterprüfung als bis dahin jüngster Meister ab. 1994 machte ich mich in Walsrode selbstständig. Vor ca. 7 Jahren wurde ich gefragt, ob ich Geigenbau Winterling in Hamburg  weiterführen möchte. Seit 2009 bin ich alleiniger Inhaber und führe diese Traditionswerkstatt in meinem Sinn.

Neben dem “Feld- Wald- und Wiesengeigenbau” im Alltag habe ich mich schon früh mit den hochwertigen klassischen Instrumenten auseinandergesetzt. Im Rahmen diverser Restaurationen konnte ich meine Erkenntnisse bezüglich der alten Konstruktionsregeln immer weiter ausbauen und über Neubauten und Kopien “prüfen”, ob diese Ideen auch schlüssig und anwendbar sind.
Von Anfang an war mir klar, dass ein Schlüssel für das Verständnis die Amati-Schule ist, die den Geigenbau in der heutigen Sicht überhaupt erst möglich gemacht hat. Deshalb habe ich auch mehrere Rekonstruktionen der frühen Instrumente (Amati, da Salo, Maggini) als Barockinstrumente gebaut, die regelmäßig bei hoch angesehenen Barock-Ensembles gespielt werden.

2003 erhielt ich bereits schon einmal eine Auszeichnung als Anerkennung bei der Triennale in Cremona für einen Nachbau des Montagnana-Cellos „Sleeping Beauty“.

In diesem Sommer habe ich per Mail die Informationen über den 1. Russischen Internationalen Geigenbauwettbewerb 'Violin Soul and Shape' bekommen. Der Tschaikowski Wettbewerb hat für Geigenspieler eine legendäre Tradition.
Als Besonderheit dieses Geigenbauwettbewerbes gab es hier speziell die Kategorie für 'Kopien und Imitationen'. Jeder Teilnehmer durfte maximal 3 Instrumente einreichen. Erst war ich unschlüssig, ob ich teilnehme, da ich nicht die Zeit hatte, die Instrumente selbst nach Moskau zu bringen. Ein Freund eines Musikerfreundes kam in dieser Zeit zu Besuch nach Hamburg und bot den Transport der Instrumente an. Das war phantastisch und er konnte vor Ort folgende schwierige Situation klären: die Zöllner glaubten trotz kompletter Deklaration und Dokumentation nicht, dass es moderne Instrumente seien und wollten sie zuerst konfiszieren. Wie das Wettbewerbsergebnis zeigt, war Andrej erfolgreich in seinen Verhandlungen.

Bei dem Violin Soul and Shape Wettbewerb habe ich mit allen drei in der Kategorie 'Kopie' eingereichten Instrumenten die letzte Runde erreicht:
- für die Geige, einer Kopie nach Guarneri del Gesu: 5. Platz
- für die Viola, Kopie nach Jacobus Stainer: 6. Platz
- für das Cello habe ich den 1. Platz und die Goldmedaille erhalten

Aufgrund der Gesamtsituation nahm ich mir nicht die Zeit für eine Reise nach Moskau, freue mich jedoch darauf, diese bald nachzuholen."



Das SINFONIMA-Team wünscht Ihnen weiterhin sehr viel Spaß und Erfolg in Ihrem Beruf und drückt die Daumen für die geplante Reise nach Russland.