'Jazz ist eine Lebensart': Das Jazzensemble BaWü erklärt, was das bedeutet

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SINFONIMA hat das Konzert des "Jazzensemble Baden-Württemberg" im Landgut Lingental besucht und sich mit den Mitgliedern über verschiedene Themen rund um den Jazz unterhalten. Auch der Veranstalter Phil Leicht nahm sich Zeit für ein Gespräch. Was sie uns erzählt haben, teilen wir mit Ihnen.



Fünf kreative Musiker, die seit 2011 gemeinsam hochkarätigen Jazz spielen und durch ihre zugelassene und geförderte Individualität ihren ganz eigenen Bandsound kreieren: Das ist das „Jazz Ensemble Baden-Württemberg“, bestehend aus Peter Lehel, Thomas Siffling, Axel Kühn, Kristjan Randalu und Bodek Jahnke. SINFONIMA hat mit Peter Lehel und Thomas Siffling vor dem Konzert im Landgut Lingental über die Emanzipation des europäischen und des weiblichen Jazz und über ihre persönlichen Geschichten zum eigenen Instrument gesprochen. Außerdem gaben die beiden wertvolle Tipps für junge Nachwuchskünstler, um in der Musikbranche wahr- und ernstgenommen zu werden. Auch mit Phil Leicht, Gründer der Jazzreihe „Philleicht Jazz?!“ und Veranstalter der Jazz Ensemble Konzerte konnte SINFONIMA über die Jazzreihe und „SINNBILD“ sprechen.

Fünf Jazzpreisträger vereint in einer Band. Wie kam es zur Gründung des Jazz Ensembles Baden-Württemberg?

Lehel: Ganz einfach: In Karlsruhe gibt es eine kleine Konzertreihe im Jazzlokal „Hemingway Lounge“, die ich betreue. Für das Abschlusskonzert des ersten Jahres habe ich tolle Musiker gesucht. Die Maßgabe: Es sollte keine bestehende Band sein. In Karlsruhe gab es zu der Zeit vier Jazzpreisträger Baden-Württemberg: Thomas Siffling, Kristjan Randalu, Bodek Janke und ich sind alle in Karlsruhe zur Schule gegangen und der damals aktuelle Jazzpreisträger Axel Kühn, Bassist aus Tübingen, hat genau das Instrument gespielt, was noch in der Zusammenstellung gefehlt hat. So ist dieses Quintett entstanden, eine Band aus fünf Jazzpreisträgern, die eigentlich nur für ein einmaliges Konzert angedacht war.

Warum sollten es gerade Jazzpreisträger sein? War ein gewisses Niveau entscheidend?

Lehel: Die Auszeichnung gibt einem Musiker natürlich eine gewisse Bestätigung, dass man ein gewisses Niveau erreicht, sich ernsthaft bemüht hat und diese Bemühung öffentlich erfasst und gewürdigt wird. Gleichzeitig wusste ich aber auch, dass es in Karlsruhe super Leute gibt.

Und so haben wir eine super Band zusammen gekriegt. Jeder kam aus einer anderen musikalischen Ecke und das Zusammenspiel hat auf Anhieb sehr gut funktioniert. Es war keine Marketingüberlegung. Ich wollte schauen, was passiert und wie es funktioniert, wenn man solche „Typen“ zusammenbringt, die aus einer völlig unterschiedlichen, musikalischen Ecke kommen. Und dann hat es sich so gut weiterentwickelt, dass es ganz von alleine weiterging. Es kamen Anfragen von anderen Locations. Das Land Baden-Württemberg unterstützt uns seit letztem Jahr, z.B. bei der CD-Produktion und bei Konzerten an Locations wie heute Abend hier im Landgut Lingental. In kleineren Städten ist es oft schwierig, hochkarätige Leute, die aus größerer Entfernung kommen, herzuholen.

Inwiefern kommen Sie alle aus unterschiedlichen Richtungen?
Siffling: Wir sind alle Jazzmusiker mit klassischer Grundausbildung aber haben uns alle mittlerweile auf unterschiedliche Jazzausrichtungen aus dem großen Feld von Jazz spezialisiert.

Was bedeutet Euch der Jazz – was fasziniert Euch daran?
Lehel: Jazz ist eine Lebensart. Eine Denkweise, wie man durchs Leben kommt. Das Besondere daran sind die Individualität und Freiheit, die man entwickeln kann, wenn man gemeinsam mit anderen guten Musikern spielt. Künstlerisch ist Jazz eine ganz große Herausforderung.

 

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Das SINFONIMA-Team dankt Peter Lehel, Phil Leicht und Thomas Siffling ganz herzlich für das gemeinsame Gespräch und das anschließende Konzert im Landgut Lingental in Leimen.