Interview mit Max Mutzke beim 'Bingen swingt'- Festival, 28. Juni 2014

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Ein paar Stunden vor seinem Konzert mit monoPunk auf dem 'Bingen swingt'-Festival, nahm sich Max Mutzke bei einem Kaffee Zeit für ein Interview mit SINFONIMA.

Wenn jemand lebhaft erzählen, dabei überzeugen und gleichzeitig Emotionen wecken kann, dann kann es sein, dass man mit Max Mutzke gesprochen hat.
Zehn Jahre ist seine Teilnahme am Eurovision Song Contest mittlerweile her, in der Zwischenzeit ist er erwachsen und Vater dreier Kinder geworden. Während unseres Gesprächs wirkte er sehr entspannt, sprudelte einfach los und erzählte auf sehr bodenständige, natürliche Art und Weise über Werte, die ihm etwas bedeuten, über Lebensträume und - selbstverständlich - über die Zusammenarbeit mit Musikern. Derzeit ist er mit der holländischen, dreiköpfigen Band monoPunk auf Tour durch Deutschland.

Auf dem "Bingen swingt"- Festival in Bingen legten die vier gemeinsam eine Show ab, die alles enthielt: Witz, Charme, Emotionalität und vor allem: Musik und eine starke Stimme, die sich perfekt ergänzten und somit begeisterten. Der durchgehend strömende Regen konnte die Begeisterung der Zuhörer nicht beeinträchtigen: Neben mir tanzten Mädels im T-Shirt ohne Jacke, vollkommen durchnässt aber mit strahlenden Gesichtern, jung wie alt sangen die Songs mit, der Platz war und blieb voll bis zum Konzertende um Mitternacht.

Das vollständige Interview finden Sie rechts unter Downloads. Hier ein kurzer Auszug.

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Sie haben bereits mit ganz vielen unterschiedlichen Musikern zusammengearbeitet, z.B. Cassandra Steen, Thomas D, Katie Melua. Aber auch mit der WDR Big Band in der Kölner Philharmonie. Wie unterscheidet sich die Zusammenarbeit mit Musikern, die hauptsächlich mit klassischen Instrumenten Musik machen von der Arbeit mit Soul/Pop-Künstlern?

MM: Ich glaube, die Zusammenarbeit mit Orchestermusikern , unterscheidet sich von der mit Soul/Pop-Künstlern bezüglich der Professionalität. Wobei Professionalität nicht gleich besser heißt oder weniger professionell gleich emotionaler. Die WDR Big Band hat tatsächlich Schichtdienst. Sie proben von 11 bis etwa 16 Uhr täglich, Sie werden jeden Tag gleich bezahlt, egal ob sie einen Gig haben oder nicht, deswegen kannst Du mit Ihnen ein Konzert spielen, ohne das Du sie separat dafür bezahlen musst. Sie erfüllen damit ihren. Der Gesamtapparat funktioniert einfach, ist sehr zuverlässig, ohne dass Fragen offen bleiben. Du kommst irgendwo hin und es ist für alles gesorgt. Der Kaffee, das Catering, der getaktete Arbeitstag, ganz klare Proben- und Pausenzeiten, die auch strikt eingehalten und minutengenau von den Musikern eingefordert werden. In einer Soul-Pop Band, die eher auf privater Natur basiert, erlebst Du so etwas nicht.

Von den Emotionen her kann trotzdem beides sehr stark sein. Die Big Band mit der Philharmonie im Rücken, die ausverkauft ist, wo jeder meiner Songs extra für mich für eine Big Band arrangiert wurde, was sehr sehr zeitintensiv ist, hat mich absolut geehrt. Es ist ja nicht nur die Band allein, sondern der WDR, der dahintersteht. Du fühlst Dich dann, als hättest Du ein ganz anderes Standing in diesem Moment in Deutschland generell. Du wirst künstlerisch auf eine ganz wertgeschätzte Ebene gehoben. Das ist der Unterschied, wenn Du mit solch staatlichen Apparaten zusammenarbeitest, wie auch dem NDR oder SWR. Ich spiele ja häufiger auch mit der SWR Bigband, die waren ja nominiert für Grammies. Das macht einen stolz.

Es gibt natürlich auch im privaten Bereich Bands und Menschen wie Wolfgang Haffner, Klaus Doldinger, mit denen die Zusammenarbeit genauso besonders, vielleicht sogar noch wertvoller ist, weil sie schon ewig lange im Geschäft sind und einen ebenso wertschätzen. Klaus Doldinger ist z.B. seit fünfzig Jahren der längstgesignte Künstler in Deutschland, der ein ganz krasses Standing in Deutschland hat. Das sind auch Erlebnisse, die mich extrem bewegen.