Underwriter für Musik - Was / Wer ist denn das?

Foto: Klaus Giebels

Klaus Giebels ist Tuttigeiger der ersten Geigen und Vorstandsvorsitzender beim renommierten Stamitz-Orchester Mannheim aber hat auch beruflich mit Musik zu tun. Welche Aufgaben hinter der Bezeichnung 'Underwriter' stecken und welcher Weg ihn zu dieser Position geführt hat, klären wir hier auf. 


Hallo Klaus, erzähl doch mal: Seit wann spielst Du Geige?
Geige spiele ich seit dem 6. Lebensjahr. Mit 14 Jahren kam dann auch die Bratsche hinzu. Ich habe einen ganz klassischen Werdegang durchlaufen, hatte Unterricht im Geigenspiel, war Mitglied diverser Musikschulensembles und -orchester und habe an verschiedenen Wettbewerben insbesondere auch im Streichquartett teilgenommen. In jungen Jahren habe ich mir auch bei Muggen mein Taschengeld etwas aufgebessert.
Während meiner Bundeswehrzeit habe ich im Kammerorchester und in der Quartettformation des Stabsmusikkorps der Bundeswehr gespielt und später als Student dann im Studentenorchester der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Universität Mannheim.

Seit wann bist Du im Stamitz-Orchester aktiv?
Seit Oktober 2010 bin ich Mitglied im Stamitz-Orchester Mannheim, in 2013 habe ich das Amt des Schriftführers und 2014 den Vorstandsvorsitz übernommen.

Warum hast Du Dich für das Stamitz-Orchester entschieden, es gibt ja mehrere Möglichkeiten in Mannheim, mit klassischer Musik aktiv zu sein?
Das Stamitz-Orchester ist das größte und renommierteste sinfonische Amateurorchester der Metropolregion mit ausgezeichnetem künstlerischem Leiter und musiziert auf hohem künstlerischen Niveau. Außerdem natürlich aus praktischen Überlegungen wegen der Nähe zum Wohnort.

Welche Rolle vertrittst Du im Orchester?
Ich bin Tuttigeiger der ersten Geigen und Vorstandsvorsitzender.

Wie häufig probt das Orchester?
Jeden Donnerstag Abend findet die Orchesterprobe im Börsensaal der Musikschule statt. Darüber hinaus einmal im Jahr ein Probenwochenende im Schloss Weikersheim (Jeunesse Musicale) und ggf. ein bis zwei Probentage samstags, sowie die Konzerte.

Wie häufig übst Du privat darüber hinaus?
Zu Hause je nach Zeit und Notwendigkeit aufgrund bevorstehender Konzerte. Das regelmäßige Üben ist zum Erhalt des spielerischen Niveaus unerlässlich und kann tatsächlich auch Freude bereiten.

Beschreibe das Orchester bestmöglich in einem Satz:
Generationenübergreifender (19 bis 86 Jahre) Klangkörper engagierter und musikalisch ambitionierter Laien mit Freude an der Musik und an einer sympathischen Gemeinschaft Gleichgesinnter.

Als Spieler von klassischen Streichinstrumenten frage ich Dich: Wie ist Deine Einstellung zu Elektrogeigen?
Ich sehe darin eine Bereicherung der Instrumentenvielfalt mit anderen Spiel- und Sound-Erzeugungsmöglichkeiten. Vielleicht lege ich mir auch mal eine zu.

Seit wann bist Du bei der Mannheimer tätig?
Seit September 2004.

Welche Stationen hast Du dort durchlaufen?
Zunächst habe ich ein Studium zum Diplom-Betriebswirt Fachrichtung Versicherung an der Berufsakademie absolviert. Nach dem Diplom 2007 wurde ich als Schadensachbearbeiter in der Unfallversicherung übernommen.

Zwischen 2008 und 2014 war ich als „Koordinator für sparten- und abteilungsübergreifende Projekt- und Geschäftsprozesse“ tätig und habe außerdem Unterstützungsaufgaben für den Bereichsleiter im Stab für Produkttechnik wahrgenommen.Seit August 2014 bin ich Underwriter für die Marken SINFONIMA und neu auch I’M SOUND.

Underwriter ist ja ein typischer Begriff aus der Versicherungsbranche. Was kann sich ein Nicht-Insider darunter vorstellen, d.h. was gehört zu den täglichen Aufgaben eines Underwriters?
• Überprüfung hochwertiger Risiken und deren Einschätzung
• Lösungen finden für Vertragsgestaltung im Sinne der individuellen Bedürfnisse des Kunden
• Erstellung von Produktbedingungen
• Durchführung von Sanierungen, d.h. Überprüfung von bestehenden Verträgen und ggf. Vornehmen von Anpassungen
• Diverse Projekte im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Marke
• Schulungen intern (z.B. beim Markentag für Azubis) und extern (Workshops und Webinare für Vermittler, die für bestimmte Marken ein „Diplom“ ablegen wollen)
• Kontakte zu Musikerverbänden (z.B. Deutscher Orchestertag) und in die Zielgruppe (z.B. Instrumentenbauer) aufbauen und erhalten
• Teilnahme an Messen (Frankfurter Musikmesse) und Tagungen
• Und, und, und viel ungeplantes :-)

Was liebst Du an Deinem Job?
Mein Job ist sehr abwechslungsreich. Meine Tätigkeiten wechseln zwischen konzentrierter Büroarbeit und dem Kontakt in die Zielgruppe durch Besuche und persönliche Gespräche.Ich bin Teil eines motivierten Markenteams und kann mein persönliches Interesse an der Musik und beruflicher Tätigkeit sehr gut miteinander verknüpfen.

Was möchtest Du abschließend noch sagen?
Ich hoffe, den ein oder anderen für die Musik begeistern zu können und freue mich über den Besuch bei einem der Konzerte des Stamitz-Orchesters


Klaus Giebels hat für SINFONIMA mit dem Blick eines Vorstands über die notwendigen Erledigungen vor einem Konzert des Stamitz-Orchesters berichtet. Hier geht es zum Artikel.