Der Traum von einem Leben als 'Große'

Preisträgerin Anna Hennig mit Dr. Lothar Stöckbauer, Vorstandsmitglied der SINFONIMA-Stiftung (links) und Dr. Marcus Kremer, Vorstand der Mannheimer Versicherungen.

Mit wie vielen Jahren haben Sie angefangen, Cello zu spielen?
Ich habe zunächst fünf Jahre lang Geige gespielt, bevor ich meine Liebe zum Cello entdeckte und mit 12 Jahren schließlich das Instrument wechselte.

Was war die ausschlaggebende Entscheidung, die Musik zu ihrem Beruf zu machen?
Schon recht früh habe ich mit einem Musikstudium geliebäugelt, da ich immer wieder mit meinen Eltern bei Hochschulveranstaltungen war und durch Freunde Einblick in den Alltag der "Großen" bekam. Das fand ich immer faszinierend und ließ in mir den Wunsch entstehen, später selbst auf der Bühne zu stehen, nach Konzerten noch gemütlich in einer Kneipe zusammenzusitzen und immer von Musikern umgeben zu sein. 

Als ich dann vor der Entscheidung der Studienwahl stand, konnte ich mir einfach kein Leben vorstellen, in dem die Musik kaum oder gar keine Rolle spielt. Außerdem träumte ich nach wie vor davon, wie die "Großen" im Orchester auf der Bühne zu sitzen und diese fantastischen Werke selbst spielen zu dürfen.


Hatten Sie bereits Gelegenheit, "Ihr" neues Instrument auszuprobieren? Sie spielen ein Instrument aus dem 18.Jahrhundert. Inwiefern spielt es sich anders als ein Instrument aus der heutigen Zeit?
Bisher habe ich nur sehr junge Celli gespielt und freue mich riesig, seit ein paar Wochen die Gelegenheit zu haben, ein 250 Jahre altes Instrument zu spielen. Zum einen ist da natürlich seine Geschichte, die ich leider nur grob erahnen kann. Wo es wohl schon überall gewesen ist und wer schon darauf gespielt hat? Aber da ist natürlich auch der Klang, der sich über die Jahrhunderte entwickelt hat.

Wie kann das Meistercello Ihr Können fördern?
Das Gragnani-Cello bietet eine enorme Palette an Klangfarben, die es erstmal zu erkunden gilt. Außerdem bin ich gezwungen, mein Spiel und meine Interpretation zu differenzieren. Gleichzeitig fühle ich mich beim Spielen viel freier, weil das Cello so toll "funktioniert" und ich den rein mechanischen Problemen weniger Aufmerksamkeit schenken muss. Stattdessen kann ich mich mehr auf die Musik konzentrieren, was sehr gut tut.

Was bedeutet Ihnen dieser Gewinn?
Ich bin einfach glücklich und dankbar, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, so ein schönes Cello zu spielen. Es ist unglaublich motivierend und ich werde unsere gemeinsame Zeit möglichst gut nutzen und genießen ;)

Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Cello bzw. welche Träume wollen Sie sich damit verwirklichen?
Zunächst möchte ich in cellistischer und musikalischer Hinsicht weiterkommen. Außerdem strebe ich ein Masterstudium an, sowie erste Profi-Orchestererfahrung als Praktikantin oder Akademistin.