Jazz im Grünen Schifferstadt 2015

Foto | Bildrechte dieser Seite: Isabelle Haupt | Mannheimer Versicherung AG

Sieben Mitglieder des Musikverein 1974 e.V. hatten 1985 eine Idee, die nun regelmäßig für Begeisterung unter den Besuchern sorgt. Das Open-Air-Festival 'Jazz im Grünen' in Schifferstadt. SINFONIMA war dabei und fasst zusammen.

Es war einer der ersten richtig heißen Tage in diesem Jahr, perfekt für "Jazz im Grünen". Mitglieder des Musikverein 1974 Schifferstadt e.V. kamen bei einer Radtour auf die Idee, 'Jazz im Grünen' zu gründen. Zur Entstehungsgeschichte geht es hier. Und so blickt der Verein auf eine lange Tradition zurück: In diesem Jahr wurde die Open-Air-Veranstaltung bereits zum 25. Mal gefeiert. Als Besucherneuling und Nicht-Schifferstädter fällt sofort auf: Es steckt ganz viel Herz in der Planung und Umsetzung des Open-Airs. Nicht nur für das Musikerohr wird ein tolles Programm mit wahren (inter)nationalen Jazzgrößen geboten; auch der Gaumen konnte sich über die angebotenen und teils selbstgemachten Speisen freuen. Das ist aber nicht alles: Ebenso das lockere Ambiente schätzten die Besucher sehr. Auf dem Vereinsgelände am Schwanenweiher saßen und lagen Kleinkinder, Eltern, junge Paare oder Einzelpersonen jeden Alters auf mitgebrachten Decken oder Bierbankgarnituren und lauschten still oder mitwippend den einzelnen Bands. Alles ganz entspannt und dazu noch kostenfrei.

Die Band The Golden Hat Dixie Ramblers, die das Jazz-Open-Air aus der Taufe gehoben hat,durfte selbstverständlich nicht im Programm fehlen. Sie bildete den Auftakt für Künstler wie Kosho, Viviane de Farias oder Barbara Lahr, deren Stimmen von jeweils hochkarätigen Musikern der Bands ELD NOW, The real Bossa und MardiGrass.BB unterstützt und in den passenden Rahmen gesetzt wurden.

Zu solch hochkaräitigen Musikern, die ihren Instrumenten die richtigen Töne entlockten und mit Leib und Seele musizieren, gehört u.a. Thomas Stabenow, Professor für Jazz-Kontrabass an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim. Seine Studenten kennen ihn wohl in seiner Rolle als Professor am besten. Musikern aus Baden-Württemberg ist der Name "Stabenow" jedoch mehr als nur ein Begriff. Immerhin hat er bereits in jungen Jahren wichtige Preise gewonnen und sehr viel Erfahrung in der Jazzszene gesammelt. Nicht umsonst gilt er als Koryphäe am Jazzkontrabass. Isabelle Haupt von SINFONIMA hat mit Stabenow bei 'Jazz im Grünen' ein Gespräch geführt. Das Ergebnis finden Sie hier, ebenso wie einen kleinen Videoeindruck von ELD NOW. Der Gründer der Band, Gary Fuhrmann, leitete jedes der 13 Stücke mit einer kurzen Einführung ein. Das Publikum erfuhr somit zum Beispiel, dass Paul Chambers der Lieblingsbassist Stabenows ist, ein Grund für die Band, das Stück Visitation u.a. deshalb in ihr breitgefächertes Repertoire aufzunehmen. Kinder wie Erwachsene freuten sich an der 'Eselsübung', wie Fuhrmanns Eltern sie immer nannten: Das Stück Harmonique sei eine gute Tonbildungs-Übung für Saxophonspieler, um Obertöne spielen zu lernen. Und tatsächlich, die Tonfolge erinnert an den Ausruf eines Esels. ELD NOW steht für ein doppeltes Wortspiel. Auch das erfuhr das Publikum von Fuhrmann: "ELD steht für den englischen Ausdruck 'elders' und meint damit, dass wir die Musik unserer Vorfahren aus der Mitte des letzten Jahrhunderts spielen. Gleichzeitig können wir aber auch aktuelle Stücke ('NOW') bieten." Den Beweis brachten die vier Musiker direkt. Der Auftritt der Band wurde für sechs Stücke um eine Musikgröße aus Heilbronn ergänzt: Michael "Kosho" Koschorrek brachte seine Akustikgitarre mit und präsentierte gemeinsam mit ELD NOW mehrere seiner Eigenkompositionen. Es war also sowohl Altes wie auch Neues und für jeden Geschmack etwas dabei!

Lesen Sie hier das Interview mit Thomas Stabenow, Mitglied der Band ELD NOW.