Das Instrument, ein musikalischer Partner

Preisträgerin Katharina Jäckle mit Dr. Lothar Stöckbauer, Vorstandsmitglied der SINFONIMA-Stiftung (links) und Dr. Marcus Kremer, Vorstand der Mannheimer Versicherungen.

Mit wie vielen Jahren haben Sie angefangen, Cello zu spielen?
Mit 8 Jahren.

Was war die ausschlaggebende Entscheidung, die Musik zu ihrem Beruf zu machen?
Ich kann mich an keinen konkreten Moment erinnern, an dem ich beschlossen hätte die Musik zu meinem Beruf machen zu wollen. Ich bin in einer Musikerfamilie aufgewachsen und daher schon früh mit diesem Beruf in Berührung gekommen. Dann kam hinzu, dass ich schon während der Schulzeit als Jungstudentin an der Musikhochschule eingeschrieben war, ich hatte also auch schon eine Vorstellung wie das Leben als Musikstudentin aussehen könnte... so bin ich in die Profi-Musikwelt "geschlittert" und habe es bisher nicht bereut!

Hatten Sie bereits Gelegenheit, "Ihr" neues Instrument auszuprobieren? Sie spielen ein Instrument aus dem 19.Jahrhundert. Inwiefern spielt es sich anders als ein Instrument aus der heutigen Zeit?
Ich spiele dieses Instrument ja schon seit zwei Jahren - im Vergleich zu einem moderneren Instrument gibt es keine spieltechnischen Unterschiede, klangliche vielleicht schon. Es wird manchmal behauptet dass ein modernes Instrument niemals den gewissen Schmelz eines alten Instruments im Ton haben kann... Jedenfalls hat jedes Cello einen ganz eigenen, vom Alter unabhängigen Charakter.

Wie kann das Meistercello Ihr Können fördern?
Ein Instrument ist nicht nur der Gegenstand mit dem man seine Töne produziert, sondern auch ein musikalischer Partner. Dessen Fähigkeiten und Möglichkeiten auszuloten ist eine Herausforderung, an der man selber technisch und musikalisch viel lernen kann.

Was bedeutet Ihnen dieser Gewinn?
Ein gewonnener Wettbewerb ist immer eine Belohnung für die Mühe und Energie, die man all die Jahre investiert hat. Abgesehen davon bedeutet es mir sehr viel, für weitere zwei Jahre auf einem so hochwertigen Instrument spielen zu können. Die Qualität des Instrumentes ist neben der Qualität des eigenen Spiels extrem wichtig. Auf einem schlechten Instrument ist es selbst für einen noch so großartigen Spieler schwer, zu überzeugen.

Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Cello bzw. welche Träume wollen Sie sich damit verwirklichen?
Neben den Wettbewerben und Probespielen, bei denen auch die Qualität des Instruments eine entscheidende Rolle spielen kann, möchte ich viele möglichst schöne Übestunden verbringen. Das sind sie nämlich nicht immer! Ein schönes Instrument hilft aber enorm. Und dann ein paar Zuhörer zu erfreuen ist natürlich auch gut.

Haben Sie ein musikalisches Vorbild?
Ein einzelnes Vorbild habe ich nicht, eher sind es bestimmte Eigenschaften von vielen verschiedenen Musikern die ich zu verinnerlichen versuche. Dieses Mosaik setzt sich allerdings auch immer wieder neu zusammen, beispielsweise nach einem tollen Konzertbesuch: da bekommt man neue Ideen und andere rücken dafür vielleicht etwas in den Hintergrund.

Sie haben den Wettbewerb bereits zum zweiten Mal für sich entschieden. Können Sie kurz zusammenfassen, welche Fortschritte Sie selbst an sich festgestellt haben und was es Ihnen bedeutet, nun zum zweiten Mal gewonnen zu haben und zwei weitere Jahre auf einem hochwertigen Instrument spielen zu dürfen?
Es ist mir eine große Ehre das Nicolas-Vuillaume-Cello für weitere zwei Jahre spielen zu dürfen! Ich habe tatsächlich nach den letzten beiden Jahren eine große Entwicklung festgestellt, die mit Sicherheit auch von der Beschäftigung mit den besonderen Eigenschaften dieses Cellos herrührt: Es ist nicht ganz leicht zu spielen und verlangt mir einiges ab, dafür belohnt es mich auch immer wieder mit seinem großen, charakterstarken Klang.