'Musiker sein ist eine Lebenseinstellung'

Preisträger Martin Jantzen mit Dr. Lothar Stöckbauer, Vorstandsmitglied der SINFONIMA-Stiftung (links) und Dr. Marcus Kremer, Vorstand der Mannheimer Versicherungen.

Mit wie vielen Jahren haben Sie angefangen, Cello zu spielen?
Daran kann ich mich kaum noch erinnern. Laut meiner Mutter muss ich ungefähr 4 Jahre alt gewesen sein, als ich das erste Mal den Wunsch hatte Cello zu spielen. Aber wie es damals üblich war spielte man erst Blockflöte oder Klavier. Ich habe beides abbekommen. Erst in der 2. Klasse hab ich es dann endlich durchgesetzt, dass ich Cello lerne.

Was war die ausschlaggebende Entscheidung, die Musik zu ihrem Beruf zu machen?
Musiker sein ist eine Lebenseinstellung. Ein Beruf ist für mich eigentlich eine Arbeit, bei der man Feierabend hat. Aber als Musiker hört man, wenn man nach Hause kommt, nicht auf Musiker zu sein. Das ist ja das Besondere daran, dass es so miteinander verschmilzt. Lehrer oder Orchesterangestellter wäre ein Beruf, aber die Personen, die dahinter stehen sind Musiker, die die Musik eher zu ihrer BerufUNG gemacht haben.
Aber eine ausschlaggebende Entscheidung oder Ereignis gab es bei mir nicht - alles hat dazu geführt.


Hatten Sie bereits Gelegenheit, "Ihr" neues Instrument auszuprobieren? Sie spielen ein Instrument aus dem 19.Jahrhundert. Inwiefern spielt es sich anders als ein Instrument aus der heutigen Zeit?
Ja, ich habe es schon ein wenig ausprobieren können und bin sehr angetan. Und ich bin froh ein altes Instrument zu spielen. Bei den "Jungen" weiß man nicht so ganz was man ein paar Jahre später in der Hand hat, da sich der Klang in der Regel ja noch verändert. Aber die alten Instrumente sind schon ausgereift und nicht mehr so launisch - in der Regel! Deshalb mag ich es lieber mit den Alten, obwohl es bestimmt interessant ist mit Frischen zu arbeiten.

Wie kann das Meistercello Ihr Können fördern?
Instrument und Spieler befinden sich in einer Art Wechselwirkung: An dem, was der Eine bietet, wächst der Andere. Also: Ein hervorragender Cellist kann das Instrument über die Jahre formen, durch seine eigene Spielweise und ein hervorragendes Cello kann den Spieler formen - klanglicher und technischer Horizont wird erweitert.

Was bedeutet Ihnen dieser Gewinn?
Ich habe das "Siegfried Palm"-Cello gewonnen, also von einem berühmten Interpreten neuer Musik. Das ist eine große Ehre! Ich werde mein Bestes geben um ihm gerecht zu werden.

Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Cello bzw. welche Träume wollen Sie sich damit verwirklichen?
Zunächst steht für mich das Brahms Doppelkonzert auf dem Plan und dann geht es an internationale Wettbewerbe.

Haben Sie ein musikalisches Vorbild?
Ein Vorbild habe ich nicht. Hier und da höre ich sehr inspirierende Konzerte oder Einspielungen, aber ich möchte lieber meinen eigenen Weg finden.