Rückblick: Mein Jahr mit Meistervioline

Aleksandra Szurgot und Clara Plößner haben vergangenes Jahr den SINFONIMA®- Wettbewerb für sich entschieden. Jetzt, ein Jahr später, erzählen sie, wie sie das Jahr mit dem Meisterinstrument erlebt haben.

Clara Plößner wird bereits zum zweiten Mal mit der Leihgabe einer Rogeri-Geige über die SINFONIMA®- Stiftung gefördert, Aleksandra Szurgot hat zum ersten Mal am Wettbewerb teilgenommen. Direkt im Anschluss an die Instrumentenübergabe führten wir 2013 ein Interview. 
Jetzt, ein Jahr später, hat Isabelle Haupt nachgefragt, wie es den beiden in diesem Jahr mit Ihrer Meistergeige ergangen ist.

Sie hatten sich sicherlich Ziele vorgenommen, als sie vor einem Jahr das Instrument bekommen haben. Welche Ziele waren das, und haben Sie diese Ziele bisher erreichen können?

Clara Plößner:
Die zwei wichtigsten Ziele für mich waren zu diesem Zeitpunkt der Masterstudienplatz in Köln und eine Akademie-Stelle in einem Orchester. Beides hat geklappt - seit Oktober studiere ich in Köln in der Klasse von Prof. Mihaela Martin und spiele als Akademistin im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, darüber bin ich sehr glücklich.

Aleksandra Szurgot: Mein Ziel war auf jeden Fall möglichst viel auf der 'neuen' Geige zu spielen und aufzutreten. Ich habe schon in Juni 2013 (also ganz knapp nach dem Geigenwechsel) meinen Diplomstudiengang (dreiteilig) mit der beste Note abgeschlossen. Davor und danach gab's natürlich auch viele Auftritte. Ebenfalls in Juni habe ich ein Probespiel bei der NDR Radiophilharmonie als Praktikantin gewonnen. Im Sommer habe ich erfolgreich in Belgien ein paar Konzerte gegeben, kurz vor Ostern habe ich mit Professoren von der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover auf dem Eröffnungskonzert des Schumann-Lachenmann Festivals gespielt. Bald, im Juni, als Preisträgerin des Tansman Wettbewerbs, bin ich eingeladen worden, das Grażyna Bacewicz Violinkonzert Nr. 5 mit den Lodzer Philharmonikern vorzuspielen. Der Sommer sieht auch ganz beschäftigt aus. Mein Ziel, die Geige möglichst viel zu benutzen ist also erfüllt worden.

Gab es seit dem letzten Jahr Veränderungen in ihrem musikalischen Leben, die Sie auf das Meisterinstrument zurückführen (z.B. ein Engagement / ein Konzert)?

Aleksandra Szurgot:
Ich engagiere mich in ganz vielen Projekten, aber es gibt wahrscheinlich keine Verbindung mit dem Instrument, auf dem ich momentan spielen darf. Die Geige bringt mir aber bestimmt mehr Sicherheit auf der Bühne und es ist immer ein großes Vergnügen, so ein altes Instrument im Hände zu halten, das nicht nur sehr schön aussieht, sondern auch, wie ich nach den Auftritten mehrmals als Feedback mitbekommen habe, fantastisch im Saal klingt.

Clara Plößner:
Ich konnte im November letzten Jahres ein Jahresstipendium der Kölner GenRe Versicherung gewinnen. Die Rogeri-Violine hat mich im Auswahlkonzert und auch in der Vorbereitung  mit ihrer Klangschönheit, Brillanz, warmen Tiefe und Geschmeidigkeit außerordentlich unterstützt. Ich kann mich immer auf sie verlassen.


Welche musikalischen Pläne haben Sie für die Zukunft?


Aleksandra Szurgot:
Ich habe viele Pläne und Träume, aber habe ich schon oft gemerkt, je mehr Pläne man hat, desto schneller verändern sie sich. Also ich würde mir einfach wünschen, mit der Geige weiterhin den Menschen Freude zu bringen und glücklich zu sein. Dort, wo das Leben mich hinführen wird.

Clara Plößner:
Ich habe das Ziel eine feste Stelle in einem Orchester zu bekommen und gleichzeitig intensiv Kammermusik zu spielen. Die Arbeit im Orchester entdecke ich gerade „neu“ für mich. Es macht mir großen Spaß mich im Dialog mit den anderen Klängen im Orchester zu erleben, mit ihnen zu verschmelzen und so Teil von etwas großem Ganzem zu werden. Die Kammermusik war schon immer ein wichtiger Teil meines musikalischen Lebens – ein Geigenleben ohne Streichquartett, Klaviertrio oder Duo kann ich mir für mich nicht vorstellen. Darüber hinaus möchte ich immer weiter lernen, mein Repertoire ausbauen und Erfahrungen sammeln, am liebsten mit einer Geige, die mich dabei so inspirierend begleitet wie die Rogeri-Geige.