Kurpfälzisches Kammerorchester fördert süße Tagträume

'Sich einfach einmal eine musikalische Auszeit gönnen, bewusst durch Musik zur Ruhe kommen und mit allen Sinnen eine Pause vom Alltag genießen.' Dieser Anspruch wurde beim TRAUMKONZERT im Mannheimer Schloss mehr als erreicht.

Fotos | Bildrechte: Copyright Ivo Kljuce
 

Eigentlich tut man nichts anderes als zuhause: Man legt sich bequem und entspannt auf einen weichen Untergrund, schließt die Augen und lässt sich von angenehmer, ruhiger Musik sanft einhüllen. Nach und nach spürt man, wie der Atem ruhiger wird und die innere Anspannung nachlässt. Ein gewünschter Effekt. Zuhause hält man dies für völlig normal. Als öffentliches Konzertformat ist es aber doch – zumindest in Mannheim– eine kleine Sensation.

Das Kurpfälzische Kammerorchester (KKO) feierte im vergangenen Oktober mit ihrem damals "Schlafkonzert im Schloss" genannten Erstversuchs Premiere – bei ausverkauftem Rittersaal im Mannheimer Schloss. Auch wenn die Idee an sich nicht neu ist und bereits andere Orchester vor einigen Jahren damit gestartet sind: Beim diesjährigen zweiten Konzert des KKO dieser Art, das diesmal den Titel "Traumkonzert" trug, zeigte sich: Dieses Konzertformat macht neugierig, lädt bei der Vorstellung, gemeinsam mit fremden Menschen in einem Raum zu liegen vielleicht anfangs ein wenig zum Kichern ein. Es ist aber etwas, das gerne ausprobiert und als etwas Besonderes empfunden wird. An erster Stelle steht für die Organisatoren des Konzertkonzepts folgende Idee: "Sich einfach einmal eine musikalische Auszeit gönnen, bewusst durch Musik zur Ruhe kommen und mit allen Sinnen eine Pause vom Alltag genießen." Dieser Anspruch wurde mehr als erreicht. Es hat wirklich alles gestimmt:

Schon allein der barocke Rittersaal bildete eine gelungene Kulisse. Die Wandmalerei, die Kronleuchter und farbige, kunstvoll arrangierte indirekte Beleuchtung rückte Musiker, Statuen und Instrumente ins rechte Licht. Dazu die liebevolle Gestaltung des 'Matratzenlagers' mit orangefarbenen, vom Möbelhaus Mömax gespendeten Klappmatratzen (übrigens sehr bequem), einem Kopfkissen mit Betthupferl, eine passend in orange gehaltene Fleecedecke und ein Blümchen am Fußende, das sich jeder Gast am Ende sogar mitnehmen durfte. Und das Wichtigste: Ein wunderbar zusammengestelltes Konzertprogramm, das nicht nur verschiedene Genres sondern auch Stücke aus unterschiedlichen Jahrhunderten passend miteinander verband:
Die Musiker des KKO boten dem Publikum sowohl im Orchesterverbund als auch solistisch eine tolle und gefühlvolle Leistung. Sie wurden dieses Mal von zwei hochkarätigen Jazzmusikern aus der Region, Thomas Siffling an Trompete und Flügelhorn und dem Pianisten Daniel Prandl, stimmungsvoll und mit einem ganz eigenen und modernen Sound unterstützt. Auf Originalstücke z.B. "Idyll" von Leos Janáck oder Edward Elgars "1. Satz aus der Streicherserenade op.20" folgte je eine gelungene Improvisation, während die Arrangements von Matthias Dörsam sowohl Nachtruhe und Entspannung als auch morgendliches Erwachen zu vermitteln imstande waren.

Ein durchmischtes Publikum aller Altersstufen zwischen etwa Mitte Zwanzig und Mitte Siebzig zeigt, dass sich ganz unterschiedliche Menschen von einem Konzert aus einer neuen Perspektive begeistern lassen. Manche kamen allein, andere zu zweit oder als Gruppe und genossen allem Anschein nach in die Decke eingekuschelt, mit geschlossenen Augen oder umherblinzelnd die feierabendliche, relaxte Konzertstimmung in vollen Zügen. Eine Besucherin bedankte sich beim Organisationsteam des KKO mit den Worten "Dieses Konzert war ein Traum". Das kann SINFONIMA nur bestätigen.

Vielen Dank besonders an Gabriele Gefäller, Stellvertretende Geschäftsführerin des Kurpfälzischen Kammerorchester e.V., für die Organisation und Erlaubnis, dass SINFONIMA an dem Konzert teilnehmen durfte.